1. - 27. Juni 2024

Der Gott des Gemetzels

von Yasmina Reza

Anstelle der aus Krankheitsgründen abgesagten Produktion «Wahlverwandtschaften»

Alain: «Es braucht eine gewisse Lehrzeit, um Gewalt durch Recht ersetzen zu können. Ursprünglich, vergessen Sie das nicht, ursprünglich herrschte das Recht des Stärkeren.»

Veronique: «Bei den Neandertalern vielleicht. Nicht bei uns.»

Annette und Alain Reille treffen zum ersten Mal auf Véronique und Michel Houillé in deren Pariser Wohnung. Beide Elternpaare haben Söhne im gleichen Alter. Doch leider hat der achtjährige Ferdinand Reille seinem gleichaltrigen Schulkameraden Bruno Houillé die Schneidezähne zerschlagen. Jetzt sollen sich die Eltern über diesen destruktiven Akt jugendlicher Aggression verständigen. Das Gespräch der Elternpaare beginnt höflich und politisch korrekt. Was als gesittetes Beisammensein beginnt, eskaliert bald in scharfe Wortgefechte und körperliche Auseinandersetzungen – eine echte "Saalschlacht“. Am Ende des Abends erkennen alle Beteiligten resigniert: Trotz unseres selbstzugeschriebenen liberalen und aufgeklärten Wesens scheint stets ein unerwarteter Faktor die Oberhand zu gewinnen – der Gott des Gemetzels.

Erfolgsautorin Yasmina Reza hat einen Klassiker des satirischen Gesellschaftsstücks geschrieben, eine unterhaltsame bitterböse Komödie über den dünnen Firnis der Zivilisation, die seit ihrem Erscheinen nichts an Witz und Aktualität eingebüßt hat. Mit geschliffenen Dialogen und einem herausragenden Gespür für gutes Timing folgt sie gekonnt der Logik der Eskalation und eröffnet lustvoll den Blick in den Abgrund des Allzumenschlichen.


Pressestimmen

Göttin des Gemetzels - Warum Autorin Yasmina Reza keinen kaltlässt (PDF)

Peter Wäch, Plattform J, 1. Juni 2024


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